Berlin | Mit dem Signature greift Motorola die Oberklasse an
Angeschaut und ausprobiert
Berlin (dpa/tmn) - Chic, flach, irgendwie anders - das können sie bei Motorola. Spätestens seit dem superflachen Edge 70 setzt der Hersteller auf einen ganz eigenen Stil. Pantone-Farben, buntes Metall, starke Farbkontraste und ungewöhnliche Materialien. Jüngste Kreation: das Flaggschiff-Smartphone Motorola Signature für rund 900 Euro. Zusammen mit passenden Ohrstöpseln, Bluetoothboxen und Co soll es ganz vorn mitspielen. Ohne Angst vor Samsung, Google, Xiaomi oder Honor.
Erster Eindruck: chic. Grün-golden glänzender Alurahmen, eine Rückseite in Leinenstoffhaptik, spannende Farbe. Martini Olive heißt der Pantone-Farbton irgendwo zwischen Olivgrün und Sandfarben. Und dünn ist es. Knapp 8 Millimeter misst es mit Ausnahme des Kamerabuckels, 186 Gramm stehen auf der Waage. Die griffige Rückseite sorgt dafür, dass das an allen Seiten abgerundete Gerät fest in der Hand liegt.
Insgesamt ist das Signature ein angenehmer Kontrast zu den Mitbewerbern, die sich in Form und Aufmachung momentan recht ähneln. Der edle Look täuscht ein wenig darüber hinweg, dass das Signature auch einiges einstecken kann. Es ist gegen Staub, Schmutz und Wasser geschützt - man kann es einfach abwaschen, ohne dass die Hardware im Inneren leidet.
Für knapp 1.000 Euro darf man einiges verlangen, oder?
Als Erstes fällt das Display auf. Das 6,8-Zoll-OLED ist nahezu randlos und geht mit einem runden Schwung in den Rahmen über. Schärfe, Auflösung und Helligkeit sind auf Höhe der Zeit, auch bei Sonnenschein lässt es sich gut ablesen. Die Bildwiederholrate wird intelligent geregelt bei bis zu 120 Hertz - im Spiele-Modus sind bis zu 165 Hertz möglich.
Richtig spannend wird es bei der Kamera. Ihre vier goldenen Ringe auf der Rückseite beinhalten:
- Die Hauptkamera mit 50 Megapixeln (MP) Auflösung.
- Die Ultraweitwinkelkamera mit 50 MP Auflösung.
- Die Telekamera mit 50 MP Auflösung, 3x optischem Zoom und bis zu 100x Digitalzoom.
- Den Blitz.
Das Kameratrio vollbringt, wo Motorola bislang manchmal noch der Konkurrenz gefühlt hinterherlief. Schnell geschossene detailreiche und scharfe Fotos mit flotter, aber nicht zu starker Nachbearbeitung.
Besonders in hohen Zoomstufen hilft die KI im Nachgang ordentlich nach und füllt fehlende Details in den Bildern auf. Das klappt bis zum 30-fachen Zoom ganz gut, besser als beim Vergleichs-Samsung oder -Pixel. Wer weiter zoomt, muss die Hände höllisch still halten, damit Details nicht verrauschen, aber auch dann sind noch ansehnliche Bilder möglich. Wenn man sich damit abfindet, dass etliche Details von der KI nach Maschinen-Erfahrungswerten digital dazu gemalt wurden.
Schnappender Drache und solider Akku
Bei Chip und Speicher ist aktuelle Oberklassetechnik verbaut: Qualcomms Snapdragon 8 der 5. Generation mit 16 Gigabyte (GB) DDR5X-Speicher und 512 GB Speicher.
Der Akku bringt das Signature über den Tag und lädt mit maximal 90 Watt - bauartbedingt erreicht er aber nicht die Ausdauer eines Samsung S25 Ultra. Schöner Nebeneffekt: Die Spule zum drahtlosen Aufladen kann auch kleine Geräte wie Ohrstöpselkästchen wieder aufladen, wenn man sie auf die Rückseite legt.
Software-Updates bis 2032 - danke EU
War bei Motorola früher reines Stock-Android angesagt, gibt es nun einige eigene optische Akzente. Android 16 ist ab Werk installiert und soll mit Funktions- und Sicherheitsupdates bis mindestens Sommer 2032 aktuell gehalten werden. Damit übererfüllt Motorola aktuelle EU-Richtlinien - allerdings gibt es weiterhin günstigere Geräte im Portfolio des Herstellers, die kürzer mit frischer Software versorgt werden.
Die Android-Oberfläche kann auf Wunsch um etliche KI-Funktionen erweitert werden. Das beginnt mit einer Nutzungsanalyse für App-Vorschläge und geht weiter mit Googles KI-Suche Circle to Search für Dinge auf dem Bildschirm. Links am Signature gibt es einen KI-Knopf zum Start des Assistenten. Der nimmt Kommandos per Sprache oder Schrift entgegen. Ebenfalls an Bord: die KI-Dienste Perplexity und Google Gemini für weitere Anwendungen. Nicht so schön: Für die Moto AI muss ein Motorola-Konto angelegt werden.
Dieses Smartphone ist anders - schön anders
Es gibt viele gute Smartphones in der Oberklasse. Das Motorola Signature ist ein weiteres solides Mitglied in diesem Club. Leistung, Kamera und Display sind absolut konkurrenzfähig. Durch sein elegantes Design, die schlanke Form und den verhältnismäßig niedrigen Preis setzt es sich aber deutlich von vielen teureren oder kantigeren Mitbewerbern ab. Motorolas neuer Stil ist eine schöne Alternative für Menschen, die es gerne verspielt elegant haben.
Wer das Design mag, aber nicht das Budget hat, findet mit dem Edge 70 oder dem neu vorgestellten Edge 70 Fusion ähnliche gestaltete Smartphones mit etwas bescheidenerer Technik in der 400- bis 500-Euro-Klasse.
© dpa-infocom, dpa:260316-930-825667/1
Nico Tapia/dpa-tmn | Ultraweitwinkel, Weitwinkel und Zoom: Drei Kameras im Motorola Signature sind den meisten Fotogelegenheiten gewachsen.
Till Simon Nagel/dpa-tmn | Kann auch zurückladen: Mit dem Signature kann man seine Ohrstöpsel drahtlos wieder aufladen, wenn gerade kein Ladegerät zur Hand ist.
Nico Tapia/dpa-tmn | Bis 2032 will Motorola das Signature mit Updates versorgen - das ist für ein Androidgerät ziemlich lang.
Nico Tapia/dpa-tmn | Schlanker mit eigenem Farbakzent: Das Motorola Signature im Vergleich zu einem iPhone 16 Pro.
Nico Tapia/dpa-tmn | Knapp 8 Millimeter ist das Motorola Signature dick - mit Ausnahme des Kamerabuckels.
Nico Tapia/dpa-tmn | Moto AI heißt Motorolas KI-Assistent. Daneben sind für mehr KI-Anwendungen auch noch Perplexity, Microsofts Copilot oder Google Gemini ab Werk installiert.
Nico Tapia/dpa-tmn | Bilder generieren, Playlists erstellen, Erinnerungen anlegen: Kann man alles per Sprachbefehl oder Chat von der KI erledigen lassen.
Nico Tapia/dpa-tmn | Deutlich dünner als andere Geräte in dieser Klasse: Das Motorola Signature trägt nicht sonderlich dick auf.
Nico Tapia/dpa-tmn | Mit der beigelegten Plastikhülle erhält das Motorola Signature noch einen Magnetring, mit dem man es an Autohalterungen oder Ladestationen befestigen kann.
Till Simon Nagel/dpa-tmn | Hier die Totale eines Berliner Blockhofs mit Mobilfunkantenne auf dem Dach. Zoomt man an den Funkmast heran, übernimmt Stück für Stück die KI.
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