Berlin | Bitkom-Umfrage: Smartphones nerven auch
Häufiger Griff zum Handy
Berlin (dpa) - Wenn jemand ständig mit seinem Smartphone beschäftigt ist, geht das den meisten Menschen ziemlich auf den Wecker. Der Digitalverband Bitkom veröffentlichte eine Befragung von 1006 Menschen in Deutschland, die mindestens 16 Jahre alt waren. Unter ihnen waren 861 Smartphone-Nutzer. 62 Prozent dieser Nutzer stimmten der Aussage zu, dass es sie nervt, «wenn mein Partner oder meine Partnerin ständig auf das Smartphone schaut». Zugleich sagten fast neun von zehn, dass sie sich ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen könnten.
57 Prozent gaben kritisch zu bedenken, dass sie zu häufig einen Moment nicht genössen, weil sie dabei aufs Smartphone schauten. Und 60 Prozent der Befragten räumten ein, dass sie sich unruhig fühlten, wenn sie längere Zeit keinen Zugriff auf ihr Smartphone hätten. «Wir sehen auch Schattenseiten», sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied und Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. «Wir dürfen vor lauter Smartphone nicht den Blick auf das echte Leben verlieren.»
Absatz geht zurück
Smartphones sind für die allermeisten Bürger zwar wichtig, der Geräteverkauf schwächelt aber etwas. Nach Angaben des Bitkom lag der Absatz in Deutschland im Jahr 2024 bei 20,5 Millionen Smartphones und ein Jahr später bei 19,6 Millionen. Für dieses Jahr prognostizieren die Branchenexperten einen Absatz von 18,8 Millionen. Im Schnitt geben Verbraucher in Deutschland aktuell im Schnitt 646 Euro pro Smartphone aus und damit 19 Euro mehr als 2025.
Aus Kosten- und Nachhaltigkeitsgründen nutzten die Menschen ihre Smartphones länger als früher, erklärte de Groot diesen Trend. Fast die Hälfte der Befragten gab an, ihr aktuelles Smartphone schon länger als zwei Jahre zu besitzen.
KI wird immer wichtiger
Die Umfrage zeigt zudem, dass die Nutzung von Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) immer selbstverständlicher wird für viele Menschen. «KI ist dank Smartphone in der Hosentasche für jeden Menschen erreichbar», sagte der Branchenfachmann. 38 Prozent der Smartphone-Nutzer gaben an, KI-Funktionen auf dem Smartphone regelmäßig zu nutzen. Dieser Wert werde weiter steigen, ist de Groot überzeugt. Bei den genutzten KI-Funktionen geht es etwa um Bildbearbeitung, Suchmöglichkeiten in Bildern, Chatbots wie Gemini, ChatGPT und Perplexity sowie KI-Unterstützung beim Schreiben von Nachrichten oder um KI-Spamfilter, um betrügerische Anrufe zu blockieren.
© dpa-infocom, dpa:260225-930-733109/1
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