Berlin | Wenig Halt: Sandalen können auf den Rücken gehen
Schädliche Sommerschuhe?
Berlin (dpa/tmn) - Stiefel aus, Sandalen, Flip-Flops, leichte Sneakers an: Mit den Jahreszeiten ändern sich auch die Schuhe – und mit ihnen unser Gangbild. Und das kann auf den Rücken gehen.
Bei sehr flachen Flip-Flops oder filigranen Sandalen ohne Fußbett fehlt dem Fuß etwa die Führung. Die Zehen spannen sich an, der Schritt verkürzt sich, das Becken kippt leicht – die Wirbelsäule beginnt auszugleichen. «Diese feinen Verschiebungen bleiben zunächst unbemerkt und zeigen sich oft erst abends als Spannung im unteren Rücken oder im Nacken», erklärt der Neurochirurg Munther Sabarini von der Avicenna Klinik Berlin.
Auf die Sohle kommt es an
Weiche Slip-ons ohne Fersenkappe oder hohe Plateaus verstärken laut Sabarini diesen Effekt: Sie nehmen Stabilität und verschieben die natürliche Körperachse. Dadurch ermüdet die Muskulatur schneller und der Druck im Lendenbereich steigt.
Was also tun, um auch in der warmen Jahreszeit so rückenschonend wie möglich unterwegs zu sein?
«Grundsätzlich gilt, auf eine stabile Fersenkappe oder gut sitzende Riemen zu achten, dem Vorfuß ausreichend Raum zu geben und bei längeren Strecken eine gedämpfte Sohle zu wählen», so Sabarini. Eine Option: Zu Sandalen mit anatomisch geformtem Fußbett und verstellbaren Riemen greifen, die dem Fuß Halt geben und das Längsgewölbe unterstützen. Oder leichte Sneakers mit stoßdämpfender, flexibel abrollender Sohle anziehen, die harte Untergründe wie Asphalt abfedern können.
Barfuß ist nicht immer besser
Und was ist mit sommerlichem Barfußlaufen? Auch das kann die Haltung positiv beeinflussen – wenn man es auf dem richtigen Untergrund tut, also auf der Wiese oder am Strand etwa. Auf Asphalt oder Steinen barfuß zu gehen, ist hingegen nicht unbedingt gut für den Körper.
Denn hier fehlt die natürliche Dämpfung. Wer auf solchen Böden untrainiert lange barfuß unterwegs ist, riskiert Überlastungen, die sich von der Achillessehne über Knie und Hüfte bis in den Rücken fortsetzen, warnt Sabarini.
Sind Barfußschuhe eine Alternative? Mit ihren sehr dünnen, flexiblen Sohlen können sie zwar die Fußmuskulatur stärken und das Körperbewusstsein verbessern, ersetzen Sabarini zufolge jedoch keine Dämpfung.
«Ich empfehle, Barfußlaufen und Barfußschuhe dosiert zu nutzen, den Untergrund bewusst zu wählen und bei bestehenden Rücken- oder Fußproblemen langsam zu beginnen», so der Mediziner. «So kann die natürliche Haltung unterstützt und die Rückenmuskulatur sinnvoll aktiviert werden.»
© dpa-infocom, dpa:260318-930-834462/1
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