Karlsruhe/Stuttgart | Russische Sabotage? Weiterer Verdächtiger angeklagt
Bundesanwaltschaft
Karlsruhe/Stuttgart (dpa) - Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen einen weiteren mutmaßlichen Agenten Russlands erhoben. Er soll zusammen mit zwei Komplizen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes Pakete mit GPS-Trackern von Köln in Richtung Ukraine verschickt haben, um Versandrouten und Transportabläufe für spätere Pakete mit Brandsätzen auszuforschen.
Der Ukrainer war nach seiner Festnahme in der Schweiz im Dezember nach Deutschland ausgeliefert worden. Gegen die beiden mutmaßlichen Komplizen hat die Bundesanwaltschaft bereits ebenfalls in Stuttgart Anklage erhoben. Die Behörde wirft dem Trio unter anderem Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und Verabredung zur schweren Brandstiftung vor.
Schaden sollte Sicherheitsgefühl beeinträchtigen
Die mutmaßlich geplanten Paketsendungen mit Brandsätzen sollten sich «in Deutschland oder sonst auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine entzünden und möglichst großen Schaden verursachen, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu beeinträchtigen», so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart muss entscheiden, ob und wann es zum Prozess kommt.
Der dritte Angeklagte soll den Auftrag von einem russischen Nachrichtendienst über Mittelsmänner in Mariupol erhalten haben. Er habe dann die anderen beiden Ukrainer angeworben und die GPS-Tracker sowie weiteres Material besorgt, so die Bundesanwaltschaft. «Zudem sagte er seinen Kontaktpersonen beim russischen Geheimdienst zu, auch die Versendung von Paketen mit Brandsätzen zu übernehmen».
Im Mai 2025 hatte die Bundesanwaltschaft das mutmaßliche Agenten-Trio in Köln, Konstanz und in der Schweiz festnehmen lassen. Alle drei Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft.
© dpa-infocom, dpa:260209-930-661748/1
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